Corona-Überbrückungshilfe III und Neustarthilfe: erste Infos

Die Überbrückungshilfe III inklusive „Neustarthilfe“ kommt: Was ist bereits bekannt, was nicht.

Die Eckdaten zur Überbrückungshilfe III

  • Die Überbrückungshilfe III ist die Verlängerung der Überbrückungshilfe II und gilt bis bis Juni 2021 (statt 31.12.2020)
  • Bei ihr werden nur fixe Betriebskosten anteilig als Förderung ausgezahlt
  • Für NRW gibt es die Sonderregelung, dass in der Überbrückungshilfe II zusätzlich 1.000 Euro „Unternehmerlohn“ monatlich beantragt werden können.
  • Zur Überbrückungshilfe III gibt es noch keine weiteren gesicherten Informationen. Allerdings soll die maximal Förderhöhe von 50.000 auf 200.000 Euro im Monat angehoben werden.
  • Zusätzlich gibt es die „Neustarthilfe.“
  • Quelle der folgenden Informationen: BMF

Was ist die „Neustarthilfe“?

  • Für wen ist die Neustarthilfe gedacht: nur für Soloselbstständige, die aufgrund geringer Betriebskosten bei der Überbrückungshilfe leer ausgehen. Bei der Überbrückungshilfe III kann dann im Feld „feste Betriebskosten“ entweder die echte Summe angegeben werden, oder die Pauschale der Neustarthilfe – bei vielen Soloselbstständigen wird das die Pauschale sein. Eine Addition ist nicht zulässig, aber das haben Pauschalen so an sich.
  • Höhe: einmalig bis zu 5.000 Euro für den Zeitraum Dezember 2020 bis Juni 2021. Achtung: Verrechnung beachten!
  • Berechnung: pauschalisierte (fiktive) Betriebskosten, maximal 25% des Umsatzes eines Siebenmonatsmittels von 2019 (Jahresumsatz 2019 durch 12 teilen und mit 7 multiplizieren)
  • Beantragung: noch nicht möglich! Voraussichtlich irgendwann im Januar, und über z.B. Steuerberater.
  • Auszahlung: frühestens im Januar, tendenziell später
  • Antragsberechtigung, finanziell: Im Förderzeitraum muss der Umsatz im Vergleich zum Vergleichszeitraum um mindestens 50% eingebrochen sein. Das bedeutet auch, dass der (teilweise) Zuschuss zurückgezahlt werden muss, wenn sich im Juli 2021 herausstellt, dass man doch relativ erfolgreich war.
  • Antragsberechtigung, persönlich: Im Jahr 2019 (sofern man da schon selbstständig war) müssen mindestens 51% des Einkommens aus selbstständiger Arbeit stammen.
  • Besteuerung: Dieser Zuschuss ist eine Betriebseinnahme und muss versteuert werden. Jedoch wird sie nicht auf die Grundsicherung o.ä. angerechnet.
  • Rechenbeispiel 1: Nicht berechtigt
    • Umsatz Dez 20-Jun 21: 20.000 Euro
    • Siebenmonatsmittel 2019: 35.000 Euro
    • Umsatzeinbruch: Weniger als 50% -> keine Förderung möglich
  • Rechenbeispiel 2: Voll berechtigt, aber gedeckelt
    • Umsatz Dez 20-Jun 21: 10.000 Euro
    • Siebenmonatsmittel 2019: 35.000 Euro
    • Umsatzeinbruch: Mehr als 50% -> Förderung möglich
    • Höhe: 25% von 35.000 Euro = 8.750 Euro
    • Deckelung jedoch bei 5.000 Euro
  • Rechenbeispiel 3: Voll berechtigt, aber ohne Ausschöpfung
    • Umsatz Dez 20-Jun 21: 5.000 Euro
    • Siebenmonatsmittel 2019: 18.000 Euro
    • Umsatzeinbruch: Mehr als 50% -> Förderung möglich
    • Höhe: 25% von 18.000 Euro = 4.500 Euro
  • Rückzahlung: Abgerechnet wird ab Juli 2020
    • Umsatz ggü. Siebenmonatsmittel 2019 < 50%: Förderung darf behalten werden
    • Umsatz zwischen 50 und 70%: Rückzahlung von 25%
    • Umsatz zwischen 70 und 80%: Rückzahlung von 50%
    • Umsatz zwischen 80 und 90%: Rückzahlung von 75%
    • Umsatz mehr als 90%: Rückzahlung von 100%
    • Ausnahme: Liegt der errechnete Rückzahlungsbetrag unter 500 Euro, darf das Geld behalten werden. Damit kann sich unter Umständen eine Beantragung auch dann lohnen, wenn man keinerlei Umsatzeinbruch hatte bzw. haben wird und der Zuschuss bei maximal 4.999 Euro liegt.
    • Zurückgezahlt muss dann gegebenenfalls bis 31. Dezember 2021
    • Achtung: alle Infos sind vorläufig

Fazit

Die Neustarthilfe ist ein interessantes Instrument, von dem man jedoch keine Wunder erwarten sollte. Für Soloselbstständige mit ohnehin geringen Umsätzen ist sie besonders interessant. Der „Sweet Spot“ liegt bei einem Jahresumsatz 2019 von 34.286 Euro (ein Hauch über dem Siebenmonatsmittel von 20.000 Euro) und einem Umsatzeinbruch von knapp mehr als 50%, d.h. von Dezember 2020 bis Juni 2020 insgesamt nur 10.000 Euro. Außerdem ist dieser Zuschuss anteilig rückzahlbar, wenn man dann doch bessere Geschäfte macht als erwartet. Die Neustarthilfe sollte deshalb nicht unbedacht verprasst werden. Hingegen ist eine Beantragung „auf Verdacht“ durchaus möglich.

Stand: 17.11.2020

Menü