Corona-Überbrückungshilfe II: Kompakt zusammengefasst (Stand 04.02.2021)

Was ist die Corona Überbrückungshilfe II?

Die Corona-Überbrückungshilfe II kann ab sofort beantragt werden, bis 31.03.2021. Die Beantragung muss über Steuerberater, Wirtschaftsprüfer etc. erfolgen und ist rein digital via https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de/.

Die Förderung beläuft sich maximal auf 50.000 Euro im Monat für September, Oktober, November und Dezember 2020. Neu ist, dass es keine Staffelung mehr nach Mitarbeiterzahl gibt.

Allerdings werden nur förderfähige Fixkosten erstattet, also beispielsweise Miete, Pacht, Leasingraten o.ä. sowie die Kosten für Azubis und eine Personalkostenpauschale.

Wir unterstützen unsere Mandanten bei der Berechtigungsprüfung und vor allem übernehmen wir die Beantragung.

Ob ein Unternehmen antragsberechtigt ist und wie hoch eine mögliche Förderung wäre, lässt sich nicht aus dem Stegreif beantworten. Wir prüfen gern.

Die Kosten für die Vorprüfung, die Antragsstellung und die Endabrechnung dürfen in die fixen Betriebskosten eingerechnet werden und sind damit (anteilig) förderfähig.

Wann sind Unternehmen antragsberechtigt?

Umsatz April-August 2020:

  • Mindestens 50% Umsatzeinbruch in 2 zusammenhängenden Monaten im gegenüber den jeweiligen Vorjahresmonaten
  • ODER
  • Mindestens 30% Umsatzeinbruch im Durchschnitt gegenüber April-August 2019.
  • ODER
  • Maximal 15% des Jahresumsatzes 2019 von April-August 2020 erzielt (für Firmen mit saisonalen Schwankungen, aber auch Krankheit, Elternzeit, Umbau, Umzug)
  • UND GLEICHZEITIG
  • Verluste aufgelaufen sind (GuV, monatsweise), für den Zeitraum 1. September bis 31. Dezember 2020. Zusätzlich können Verluste aus März bis August 2020 eingerechnet werden. Das klingt nicht nur kompliziert, das ist es auch.

Berechtigte Unternehmen:

  • Einzelunternehmen und KMUs
  • Zum Stichtag 31.12.2019 nicht in (wirtschaftlichen) Schwierigkeiten
  • Vor dem 31.10.2019 gegründet (nach Juni 2019 gegründet: Umsatzeinbruch von 50% ggü. November und Dezember 2019 muss nachgewiesen werden; nach 1. September 2019 gegründet: Vergleichszeitraum November 2019-Februar 2020)
  • Weniger als 750 Mio. Euro Jahresumsatz
  • Maximal eines dieser Kriterien: Mehr als 249 Mitarbeiter, mehr als 43 Mio. Euro Bilanzsumme, mehr als 50 Mio. Euro Umsatz (Kriterien für den Wirtschaftsstabilisierungsfonds)
  • Verbundene Unternehmen müssen einen gemeinsamen Antrag stellen
  • Keine Nebenerwerbler (mind. 51% der Einkünfte müssen aus der Selbstständigkeit kommen); Ausnahme: Wenn die Nebenerwerbsfirma Angestellte hat

Wie wird die Überbrückungshilfe II berechnet?

  • Berechnung für jeden Monat einzeln
  • 0-29% Umsatzrückgang ggü. Vorjahresmonat: 0 Erstattung der Fixkosten
  • 30-49% Umsatzrückgang ggü. Vorjahresmonat: 40% Erstattung der Fixkosten
  • 50-69% Umsatzrückgang ggü. Vorjahresmonat: 60% Erstattung der Fixkosten
  • 70-100% Umsatzrückgang ggü. Vorjahresmonat: 90% Erstattung der Fixkosten
  • Für Unternehmen bis einschließlich 49 Mitarbeiter UND unter 10 Mio. Jahresumsatz: Maximal 90 Prozent der ungedeckten Fixkosten.
  • Für Unternehmen mit 50+ Mitarbeitern ODER Jahresumsatz / Jahresbilanz 10+ Mio. Euro: Maximal 70 Prozent der ungedeckten Fixkosten
  • Achtung: Anfang Dezember wurde bei der Fixkosten-Berechnung der Terminus der „ungedeckten Fixkosten“ eingeführt. Das bedeutet, dass die Überbrückungshilfe nur Verluste ausgleicht. Die offizielle Begründung dafür sind Beihilferegelungen der EU, die in einem eigenen PDF erläutert werden: Bundesregelung Fixkostenhilfe 2020 (PDF)
    • Beispiel 1: Einem Unternehmen, das nicht Dezemberhilfeberechtigt ist, mit 5 Mitarbeitern, ist im Dezember 2020 100% des Umsatzes weggebrochen. Alle Mitarbeiter wurden in Kurzarbeit geschickt. Dennoch laufen die Fixkosten wie Miete oder das Leasing für den Lieferwagen weiter. Bei Null Umsatz sind alle Ausgaben fast automatisch Verluste. Das Unternehmen kann also einen großen Teil der Fixkosten vom Staat erhalten. In NRW gibt es u.U. zusätzlich eine Pauschale, um einen Teil des Unternehmerlohns aufzufangen.
    • Beispiel 2: Ein ähnliches Unternehmen hält den Laden offen, beispielweise mit Click & Collect.
      • Der Umsatz ging im Vergleich zum Vorjahresdezember um 60% zurück.
      • Die Fixkosten: 10.000 Euro.
      • Mögliche Erstattung i.H.v. 60% = 6.000 Euro.
      • Tatsächlich eingefahrener Verlust: 4.000 Euro
      • Förderung: Max. 4.000 Euro, also nur 40% der Fixkosten. Der Verlust ist damit zwar ausgeglichen, einen Unternehmerlohn auszahlen kann man sich davon allerdings nicht.
    • Beispiel 3: Unternehmen mit Gewinn
      • Der Umsatz ging im Vergleich zum Vorjahresdezember um 60% zurück.
      • Die Fixkosten: 10.000 Euro.
      • Mögliche Erstattung i.H.v. 60% = 6.000 Euro.
      • Tatsächlich eingefahrener Verlust: Keiner, es konnten 100 Euro Gewinn erwirtschaftet werden
      • Förderung: Null Euro.
  • Problem: Ein möglicher Umsatzrückgang für November oder Dezember ist/war bei Antragsstellung nicht kalkulierbar, er kann nur geschätzt werden. Das ist vor allem für die Endabrechnung relevant.

Was sind Fixkosten (Beispiele)?

  • Miete und Pacht, inkl. Grundsteuer, Nebenkosten, Gas, Kälte…
  • (Operating) Leasing für Maschinen, Fahrzeuge
  • Personalkostenpauschale: 20% der Kosten, die nicht durch Kurarbeitergeld aufgefangen werden
  • Ausnahme: Kosten für Azubis (aber nicht für Praktikanten)
  • Lizenzkosten (IT, Franchise), Versicherungen, Telefon, Hausmeister, IHK-Beitrag etc.
  • Zinsen ja, Tilgungen nein
  • Instandhaltungen ja, Neuanschaffung tendenziell nein
  • Kosten für Hygienemaßnahmen (auch investiv)
  • Kosten der Antragsstellung

Was sind keine Fixkosten (Beispiele)?

  • Unternehmerlohn
  • Personalkosten für feste und freie Mitarbeiter (Kombination aus Kurzarbeit und für den Rest 20% Personalkostenpauschale überlegenswert)
  • Steuern
  • Wareneinsatz
  • Kraftstoff und variable Transportkosten
  • BG-Beiträge

Wie hoch ist die Überbrückungshilfe II?

  • Maximal 50.000 Euro im Monat

Fiktives Rechenbeispiel

  • Umsatz statt 20.000 Euro nur noch 12.000 Euro ggü. Vorjahresmonat -> 60% Minus
  • Betriebskosten: 3.000 Euro (Miete, Leasing, Azubi-Gehalt etc.)
  • Plus 20% Personalkostenpauschale (Annahme: bei 3.000 Euro Personalkosten = 600 Euro) = 3.600 Euro
  • Davon 60% Förderung = 2.160 Euro

Weitere Informationen

Die offiziellen FAQ sind sehr gut, aber auch komplex.

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